Das Vermächtnis von Frank Gehry – Die ikonischen Gebäude des verstorbenen Stararchitekten.

Frank Gehry Bauwerke
Frank Gehry Bauwerke

Ein Rückblick auf die visionären Bauwerke Frank Gehrys.

Kurz nachdem wir unseren Artikel über das Guggenheim Museum in Bilbao fertiggestellt hatten, erreichte uns die Nachricht: Frank O. Gehry ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Welt einen Architekten, der Bauwerke schuf, die nichts weniger als Architekturgeschichte schrieben.

Gehry war ein Meister gewölbter Flächen, ein scharfer Kritiker der Schuhkarton Architektur und ein Künstler, der Gebäude wie plastische Skulpturen behandelte. Seine Architektur stand stets für Lebendigkeit, Bewegung und die Freiheit, vermeintlich unverrückbare Regeln zu hinterfragen.

Frank Gehry Interview

Beeindruckendes Interview mit einem der ganz großen Architekten unserer Zeit.

Das sind Frank Gehrys berühmteste Gebäude.

Inhalt

Guggenheim Museum, Bilbao (1997)

Das Guggenheim Museum in Bilbao ist Gehrys Meisterwerk und ein Gebäude, das weltweit als Beispiel für die transformative Kraft außergewöhnlicher Architektur gilt. Die dynamischen, titanverkleideten Volumen wirken wie ein gefrorener Wirbel aus Bewegung und Licht.

Bilbao, zuvor stark von industriellem Niedergang geprägt, wurde durch dieses Museum buchstäblich verwandelt. Der Begriff „Bilbao-Effekt“ beschreibt seither den enormen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, den ikonische Architektur auslösen kann.

Guggenheim Bilbao Museum

Walt Disney Concert Hall, Los Angeles (2003)

Stahlsegel, die wie schwingende Klangwellen wirken: Die Walt Disney Concert Hall gehört zu den akustisch besten Konzertsälen der Welt und zählt zu Gehrys poetischsten Werken.

Außen glänzende, frei geschwungene Edelstahlflächen, innen ein warmes, organisches Holzraumgefüge – ein Gebäude, das Musik sichtbar macht und Architektur zum Erlebnis verwandelt.

Walt Disney Concert Hall

Vitra Campus, Weil am Rhein (1989)

Auf dem Vitra Campus in Weil am Rhein realisierte Gehry seinen ersten größeren Bau in Europa. Das Vitra Design Museum ist ein architektonisches Statement: Außen Dekonstruktion, innen Bauhaus-Tradition.

Hier werden die ikonischen Designklassiker des 20. Jahrhunderts ausgestellt, die von funktionaler Strenge geprägt sind. Ein faszinierender Kontrast, den Gehry bewusst inszenierte.

Vitra Campus

Das Tanzende Haus, Prag (1996)

Wir selbst besuchten das „Tanzende Haus“ kurz nach seiner Eröffnung. Das Gebäude zieht mit seiner beschwingten, fast tanzenden Form sofort in den Bann und knüpft gleichzeitig respektvoll an die historische Struktur der Stadt an.

Besonders die Ecke des Baublocks öffnet sich in frei schwingende Formen, die die Leichtigkeit und Aufbruchsstimmung der Tschechoslowakei nach der politischen Wende ausdrücken. Mehr dazu in unseren Geheimtipps für deinen nächsten Prag Trip.

Tanzendes Haus Prag

Cleveland Clinic – Lou Ruvo Center for Brain Health, Las Vegas (2010)

Zu Gehrys emotional eindrucksvollsten Spätwerken gehört das Lou Ruvo Center for Brain Health, das zur Cleveland Clinic gehört. Das Gebäude steht in Las Vegas und widmet sich der Forschung und Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.

Die Fassade ist ein wildes, in Bewegung geratenes Geflecht aus Edelstahl. Sie wirkt zugleich kraftvoll und verletzlich wie eine Anspielung auf die Zerbrechlichkeit des menschlichen Gehirns.

Innen hingegen überrascht eine ruhige, helle, klar strukturierte Welt. Dieser Kontrast ist bewusst gewählt: Die expressive Außenhaut symbolisiert die Komplexität des Geistes, während der Innenraum Orientierung und Würde bietet.

Lou Ruvo Center for Brain Health

Fondation Louis Vuitton, Paris (2014)

Mit der Fondation Louis Vuitton schuf Frank Gehry im Bois de Boulogne ein Museum, das eher an eine schwebende Skulptur als an ein klassisches Gebäude erinnert. Über einem weißen, klar gegliederten Kern entfalten sich große, geschwungene Glasflächen, die an Segel oder Wolken denken lassen und das Haus je nach Licht und Wetter immer wieder neu erscheinen lassen.

Im Inneren verbinden sich expressive Architektur und funktionale Klarheit. Terrassen, Treppen und Durchblicke erzeugen eine kontinuierliche Bewegung durch das Gebäude und öffnen immer neue Perspektiven auf Kunst und Landschaft. Ein ikonisches Spätwerk, das Gehrys Formensprache zugleich spektakulär und überraschend diszipliniert zeigt.

Biomuseo, Panama-Stadt (2014)

Mit dem Biomuseo entwarf Frank Gehry sein erstes Gebäude in Lateinamerika und gleichzeitig eines seiner farbenfrohsten. Die kantigen, scheinbar zufällig gefügten Dachflächen aus leuchtenden Farben erinnern an gefaltete Blätter oder tektonische Platten und spiegeln die enorme biologische Vielfalt Panamas wider.

Inhaltlich wie architektonisch steht das Biomuseo im Dienst der Natur. Die Ausstellungen erzählen die Geschichte der Landbrücke Panamas und ihres globalen Einflusses auf Klima und Artenvielfalt. Gehry verzichtet hier bewusst auf Monumentalität zugunsten einer offenen, fast spielerischen Architektur, die Wissen vermittelt und zugleich Identität stiftet.

Biomuseo Panama

Luma Foundation, Arles (2021)

Die LUMA Foundation in Arles ist eines von Gehrys jüngsten und zugleich radikalsten Werke. Der markante Turm erhebt sich aus dem ehemaligen Industrieareal des Parc des Ateliers und wirkt wie ein zerklüfteter Monolith aus Licht und Metall.

Die unregelmäßig gestapelten, silbrig glänzenden Edelstahlflächen reflektieren Himmel und Sonne der Provence und lassen das Gebäude je nach Tageszeit ständig sein Erscheinungsbild wechseln – rau, funkelnd, fast geologisch.

Im Inneren bildet ein klar strukturierter Betonkern den ruhigen Gegenpol zur expressiven Außenhülle. Ausstellungsräume, Ateliers und öffentliche Bereiche sind um dieses Zentrum organisiert und öffnen sich immer wieder zur Landschaft der Camargue. 

Frank Gehry Luma Foundation

Hotel Marqués de Riscal, Elciego (2006)

Mit dem Hotel Marqués de Riscal setzte Frank Gehry einen spektakulären Akzent in der Weinlandschaft der Rioja. Geschwungene Titanbänder in Rosé, Gold und Silber legen sich wie ein dynamischer Wirbel über das historische Weingut und bilden einen bewussten Kontrast zur strengen Geometrie der Reben. Je nach Licht wirkt das Gebäude verspielt, festlich oder fast flüchtig.

Im Inneren begegnet der expressiven Hülle eine ruhige, elegante Raumwelt. Klare Strukturen, warme Materialien und gezielte Ausblicke auf die Landschaft schaffen eine Atmosphäre von zurückhaltendem Luxus. Gehry übersetzt hier die Sinnlichkeit und Kultur des Weins in Architektur – ikonisch, emotional und fest im Ort verankert.

Was bleibt – Gehrys Vermächtnis für die Architektur.

Frank O. Gehry war nicht nur Architekt, sondern ein bildhauernder Künstler im großen Maßstab. Seine Werke sind Symbole für Freiheit, Fantasie und Mut.Er starb im Alter von 96 Jahren. Doch in der Sprache seiner Gebäude bleibt er lebendig.

Die in seinen Bauten sichtbaren Statements für Lebendigkeit, Bewegung und Freiheit sind uns eine Aufforderung: Architektur darf überraschen. Sie darf irritieren. Sie darf frei sein. Und sie darf – wie Gehry es uns zeigte – die Welt verändern.

Gut zu wissen.

Wer war Frank Gehry?

Frank Gehry war ein weltweit bedeutender kanadisch-amerikanischer Architekt, bekannt für seine kühnen, skulpturalen Gebäude und für die Neudefinition moderner Architektur im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. 

Er wurde berühmt für seine expressiven, skulpturalen Bauformen und Materialexperimente. Zu seinen bekanntesten Gebäuden zählen das Guggenheim Museum in Bilbao und die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles. 

Gehry gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Dekonstruktivismus, einer Richtung, die traditionelle geometrische Regeln aufbricht und fragmentierte, dynamische Formen schafft. 

Gehry wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter der renommierte Pritzker-Preis (1989) sowie Medaillen und Ehrungen internationaler Architektur- und Kulturinstitutionen. 

Frank Gehry starb am 5. Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren in seinem Zuhause in Santa Monica, Kalifornien, nach einer kurzen Atemwegserkrankung. 

Gehrys Einfluss reicht weit über seine Gebäude hinaus: Er veränderte die Wahrnehmung von Architektur als Kunstform und inspirierte Generationen von Architekten und Designern weltweit. 

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