Diese Ausstellungen in 2026 und 2027 verdienen einen Reminder
Wir haben die aktuellen Programme der wichtigsten Häuser für dich gesichtet und dabei große Namen, überraschende Perspektiven und Ausstellungen gefunden. Diese Ausstellungen sind in 2026 und 2027 ihren Besuch besonders wert.
Inhalt
Hamburg – Bucerius Kunst Forum
Von Monet bis Picasso. Jüdische Kunstsammler:innen in Deutschland
Das Bucerius Kunst Forum in der Hamburger Innenstadt hat keine eigene Sammlung. Bis zu vier Mal im Jahr entstehen hier neue Ausstellungen, entwickelt mit internationalen Museen und jedes Mal in eigens gestalteter Raumarchitektur. Seit der Gründung 2002 durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius steht das Haus für Ausstellungen, die fundiert sind, ohne kompliziert zu wirken.
In „Von Monet bis Picasso“ rekonstruiert das Haus 15 bedeutende jüdische Kunstsammlungen aus Deutschland vor 1945 und bringt rund 100 heute weltweit verstreute Werke wieder zusammen. Zu sehen sind Arbeiten von Monet, Picasso, Cézanne, Kirchner und Modersohn-Becker, verbunden mit den Geschichten der Sammler:innen, ihrer Verfolgung im Nationalsozialismus und dem Verlust ihrer Sammlungen.
Lust noch mehr zu entdecken? Hier geht es zu unseren Sehenswürdigkeiten in Hamburg.

Claude Monet – Seerosen, 1915.
Bucerius Kunst Forum
- Alter Wall 12, 20457 Hamburg
- www.buceriuskunstforum.de
- 11. September 2026 – 29. März 2027
Berlin – Neue Nationalgalerie
Maurizio Cattelan. NIGHT
Die Neue Nationalgalerie ist einer der bekanntesten Museumsbauten Berlins, entworfen von Mies van der Rohe und 1968 eröffnet. Nach einer mehrjährigen, von David Chipperfield geleiteten Sanierung öffnete das Haus 2021 wieder, die markante Stahl-Glas-Architektur blieb dabei nahezu unverändert. Die Sammlung zeigt Kunst des 20. Jahrhunderts, doch mindestens genauso oft ist das Gebäude selbst der Grund für einen Besuch.
NIGHT ist Cattelans erste große Einzelausstellung in Deutschland und zugleich die diesjährige Präsentation des Preis der Nationalgalerie, für den ihn eine internationale Jury ausgewählt hat. Gezeigt werden zentrale ältere Arbeiten wie Him, Novecento und La Rivoluzione Siamo Noi sowie neue Werke, dazu eine eigens für das Haus entwickelte Installation, die gezielt mit der Architektur von Mies van der Rohe arbeitet.
Neue Nationalgalerie
- Potsdamer Str. 50, 10785 Berlin
- www.smb.museum
- www.instagram.com/mauriziocattelan
- 10. September 2026 – 7. März 2027
Düsseldorf – Kunstpalast
Niki de Saint Phalle. Dream Machine
Der Kunstpalast am Düsseldorfer Ehrenhof gehört zu den vielseitigsten Museen Deutschlands. Über 130.000 Objekte reichen von mittelalterlicher Malerei bis zu zeitgenössischem Design, dazu eine der bedeutendsten Glassammlungen Europas. Das heutige Gebäude entstand 1926 für die GeSoLei-Ausstellung und wurde zuletzt 2023 grundlegend saniert, mit einem neuen, durchgängigen Rundgang durch alle Sammlungsbereiche.

Per Olof Ultvedt, Robert Rauschenberg, Martial Raysse, Daniel Spoerri, Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle, 1962.
„Dream Machine“, entstanden in Kooperation mit dem Nationalmuseum Wrocław, zeichnet vier Jahrzehnte im Schaffen von Niki de Saint Phalle nach, von den berühmten Schießbildern und Nanas über Happenings und Filme bis zu Modellen ihrer monumentalen Skulpturen.
Insgesamt zeigt die Ausstellung mehr als 100 Werke, darunter auch Positionen von Yayoi Kusama, Dorothy Iannone und Alina Szapocznikow sowie Arbeiten aus ihren Kooperationen mit Jean Tinguely und Robert Rauschenberg, mit besonderem Blick auf ihre Selbstbehauptung in einer männlich dominierten Kunstwelt.

Niki de Saint Phalle – La tempérance (Modell für „Jardin des tarots“), 1985.
Kunstpalast
- Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf-Stadtbezirk 1
- www.kunstpalast.de
- www.getyourguide.com/ticket
- 10. September 2026 – 7. Februar 2027
München – Kunsthalle München
Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso
Die Kunsthalle München, mitten in den Fünf Höfen gelegen, besitzt keine eigene Sammlung, sondern zeigt ausschließlich große, kuratierte Wechselausstellungen. Getragen von der Hypo-Kulturstiftung, hat sich das Haus über die Jahre einen Ruf für aufwendig recherchierte Themenausstellungen erarbeitet, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Museen und Leihgebern.
„Barcelona moderna“ führt ins Barcelona zwischen 1880 und 1914, als sich die Stadt zu einem der dynamischsten Kulturzentren Europas entwickelte. Rund 160 Gemälde, Grafiken, Objekte, Möbel und Architekturmodelle von Gaudí, Picasso und weiteren zeigen den katalanischen Modernisme und seine Verbindung von Kunst, Architektur, Design und gesellschaftlichem Wandel. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum Barberini in Potsdam und ist in dieser Form erstmals in Deutschland zu sehen.
Lust mehr zu entdecken? Hier geht es zu unseren Geheimtipps in Barcelona.

Kunsthalle München
- Theatinerstraße 8, 80333 München-Altstadt-Lehel
- www.kunsthalle-muc.de
- 23. Oktober 2026 – 21. Februar 2027
Köln – Museum Ludwig
Along the Color Line – Spuren einer transatlantischen Moderne
Das Museum Ludwig entstand 1976 aus einer Schenkung von Peter und Irene Ludwig an die Stadt Köln, direkt neben dem Kölner Dom gelegen. Durch spätere Schenkungen besitzt das Haus heute die drittgrößte Picasso-Sammlung der Welt nach Barcelona und Paris, dazu die umfassendste Sammlung amerikanischer Pop Art außerhalb der USA. 2026 feiert das Museum sein 50-jähriges Bestehen.
„Along the Color Line“ untersucht, wie Künstler:innen der Schwarzen Diaspora die europäische und amerikanische Moderne aufgenommen, verändert oder sich bewusst von ihr abgegrenzt haben. Malerei, Skulptur, Fotografie, Literatur und Musik treffen aufeinander, kuratiert von Eboa Itondo und ergänzt um Werke aus der eigenen Sammlung sowie neue Leihgaben, darunter Arbeiten von Iba N’Diaye und Winold Reiss.

Winold Reiss – Langston Hughes (ca. 1925), Ausstellung „Harlem Renaissance and Transatlantic Modernism“ im Metropolitan Museum of Art.
Museum Ludwig
- Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln
- www.museum-ludwig.de
- 3. Oktober 2026 – 7. März 2027
Frankfurt – SCHIRN Kunsthalle
Leonor Fini. Magisch surreal
Die SCHIRN Kunsthalle Frankfurt zeigt seit ihrer Gründung 1986 ausschließlich Wechselausstellungen und hat sich seither zu einem der wichtigsten Ausstellungshäuser für moderne und zeitgenössische Kunst in Europa entwickelt. Seit September 2025 residiert das Haus wegen einer energetischen Sanierung des Stammgebäudes am Römerberg in einer ehemaligen Druckerei im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Auch die Leonor-Fini-Ausstellung findet an diesem Interims-Standort statt.
Mit „Leonor Fini. Magisch surreal“ zeigt die SCHIRN die erste große Fini-Ausstellung in Deutschland. Rund 100 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Kostüme, Masken und Bücher, geben einen Überblick über ihr rund sieben Jahrzehnte umfassendes Schaffen, das sich zwischen Renaissance, Symbolismus, deutscher Romantik und magischem Surrealismus bewegt.

Leonor Fini – Selbstporträt mit Skorpion, 1938 Privatsammlung, courtesy of HomeArt © VG Bild-Kunst, Bonn 2026.
SCHIRN Kunsthalle
- Gabriel-Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt am Main
- www.schirn.de
- 23. Oktober 2026 – 21. Februar 2027
Bonn – Bundeskunsthalle
Vanguardistas. 100 Jahre Lateinamerikanische Künstlerinnen
Die Bundeskunsthalle in Bonn wurde 1992 eröffnet und ist als Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland ein staatlich getragenes Haus ohne eigene Sammlung. Stattdessen zeigt sie große, oft internationale Wechselausstellungen zwischen Kunst, Kulturgeschichte, Archäologie und Wissenschaft. Das markante Gebäude von Gustav Peichl, erkennbar an seinen drei blauen Lichtkegeln auf dem Dach, gilt selbst als architektonisches Ausrufezeichen auf der Bonner Museumsmeile.
„Vanguardistas“ bringt erstmals in Europa zentrale Werke von mehr als 70 Künstlerinnen aus Lateinamerika zusammen, von Frida Kahlo und Tarsila do Amaral bis zu weniger bekannten Positionen. Über mehr als ein Jahrhundert hinweg zeigt die Ausstellung, wie diese Künstlerinnen gesellschaftlichen Wandel und weibliche Selbstermächtigung mitgeprägt haben, entstanden in Kooperation mit dem Kunstmuseum Basel, dem EMMA – Espoo Museum of Modern Art in Finnland und dem BOZAR in Brüssel.

Djanira Da Motta e Silva – Três orixás (Drei Orixás), 1966.
Bundeskunsthalle
- Helmut-Kohl-Allee 4, 53113 Bonn
- www.bundeskunsthalle.de
- 4. Dezember 2026 – 29. März 2027
Stuttgart – Staatsgalerie Stuttgart
Alles surreal?! Fotografie im Kosmos des Surrealismus
Die Staatsgalerie Stuttgart wurde bereits 1843 gegründet und deckt mit ihrer Sammlung einen weiten Bogen ab, von altdeutscher und niederländischer Malerei bis zu Otto Dix und Franz Marc. 1984 kam mit der von James Stirling entworfenen Neuen Staatsgalerie ein markanter Erweiterungsbau hinzu, der dem Haus internationalen Rang für Kunst des 20. Jahrhunderts einbrachte und bis heute als architektonisches Highlight gilt.
„Alles surreal?!“ stellt rund 250 surrealistische Fotografien aus der 2025 erworbenen Sammlung Dietmar Siegert in Beziehung zu etwa 30 Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Objekten von Salvador Dalí, Joan Miró, René Magritte, Max Ernst und Meret Oppenheim, aus eigenem Bestand sowie internationalen Museen und Privatsammlungen.

Philippe Halsman – Dalí Atomicus, ca. 1948, Graphische Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart.
Staatsgalerie Stuttgart
- Konrad-Adenauer-Straße 30-32, 70173 Stuttgart
- www.staatsgalerie.de
- 4. Dezember 2026 – 11. April 2027
Lust mehr zu entdecken? Hier geht es zu unserem Artikel 30 der berühmtesten Künstlerinnen der Welt.
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© Photo Credits
Werner Herling – Christer Strömholm – Kunsthalle München – Galerie Minsky – Isabella Matheus – Philippe Halsman Estate 2026 – Wikimedia Commons: Rhododendren – Instagram: mauriziocattelan






